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Donnerstag, 25. Juni 2020

Soli Deo Gloria! Alles meinem Gott zu Ehren.

Jeden Faden, den ich drehe,
jeden Schritt, den ich hier gehe,
jede Scholle, die ich grabe,
jede Arbeit, die ich habe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren.
Soli Deo Gloria!

Alle Lasten, die ich trage,
alle Worte, die ich sage,
alle Werke, die ich tue,
alle Stunden, die ich ruhe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Jede Speis, die ich genieße,
wenn ich andre freundlich grüße,
wenn ich nur ein Blümlein pflücke,
mich nach einem Strohhalm bücke:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Alles: vom Geringsten, Kleinsten
bis zum Höchsten, Größten, Reinsten,
mags die ganze Welt erbauen,
mags nur still ein Engel schauen:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Einst an meinem letzten Ende,
wenn mein brechend Aug ich wende
hin zum Kreuz, den Trost genieße,
und dann ruhig mein Leben schließe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Christliches Volksgedicht aus dem 19. Jahrhundert,
Verfasser unbekannt

Dienstag, 12. Mai 2020

Gedanken zum Theodizee


Gott ist allmächtig.

Er hat den Menschen mit einem freien Willen erschaffen und ihm damit etwas von seiner Macht gegeben. Ebenso die Engel.

Gott hat damit also seine Allmacht eingeschränkt, so wichtig ist ihm der freie Wille der Engel und Menschen. Das hatte Konsequenzen. Dadurch kamen das Böse und furchtbares Leid und Elend in die Welt. Die Welt ist aber vergänglich und ein Ort der Prüfung.

Bestimmt sind wir für die Teilnahme an der ewigen Herrlichkeit und Freude Gottes im Himmel. So furchtbar das Leid auf der Erde auch ist, es ist es wert ertragen zu werden, um zur ewigen Herrlichkeit zu gelangen, denn diese ist so kostbar und groß und schön und überwiegt alles Böse und Schreckliche so sehr, dass Gott das alles in Kauf genommen hat, denn wir können diese Herrlichkeit nur als freie Wesen erlangen. Wir können sie nur als Wesen erlangen, die an der Allmacht Gottes teilhaben und diese Macht aber auch für das Böse missbrauchen können.

Gott hat sich klein gemacht und eingeschränkt, damit wir groß und göttlich werden können. Er wurde sogar selbst Mensch in Jesus. Er vereinigt sich mit seinem Geschöpf. Das ist das Geheimnis seiner Liebe.