Mittwoch, 23. Dezember 2020

Der Herr hebt Schwache aus dem Staub empor

                                     Mein Herz ist voll Freude über den HERRN,

große Kraft gibt mir der Ewige.
Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Widersacher;
denn ich freue mich über deine Hilfe.

Der Bogen der Helden wird zerbrochen,
die Wankenden aber gürten sich mit Kraft.
Die Satten verdingen sich um Brot,
doch die Hungrigen können feiern für immer.

Der HERR macht tot und lebendig,
ER führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Der HERR macht arm und macht reich,
ER erniedrigt und ER erhöht.

Den Schwachen hebt ER empor aus dem Staub
und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt;
ER gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,
einen Ehrenplatz weist ER ihm zu.


1 Samuel 2,1bcde.4-5ab.6-7.8abcd.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Wach auf

 So wach denn auf, mein Geist und Sinn,
und schlummre ja nicht mehr.
Blick täglich auf sein Kommen hin,
als ob es heute wär.

Dein Teil und Heil ist schön und groß.
Auf, auf du hast's in Macht.
Ergreif im Glauben du das Los,
das Gott dir zugedacht.

Der Herr bricht ein um Mitternacht,
jetzt ist noch alles still.
Wohl dem, der nun bereit sich macht
und ihm begegnen will

(Johann Christoph Rube)

Donnerstag, 25. Juni 2020

Soli Deo Gloria! Alles meinem Gott zu Ehren.

Jeden Faden, den ich drehe,
jeden Schritt, den ich hier gehe,
jede Scholle, die ich grabe,
jede Arbeit, die ich habe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren.
Soli Deo Gloria!

Alle Lasten, die ich trage,
alle Worte, die ich sage,
alle Werke, die ich tue,
alle Stunden, die ich ruhe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Jede Speis, die ich genieße,
wenn ich andre freundlich grüße,
wenn ich nur ein Blümlein pflücke,
mich nach einem Strohhalm bücke:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Alles: vom Geringsten, Kleinsten
bis zum Höchsten, Größten, Reinsten,
mags die ganze Welt erbauen,
mags nur still ein Engel schauen:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Einst an meinem letzten Ende,
wenn mein brechend Aug ich wende
hin zum Kreuz, den Trost genieße,
und dann ruhig mein Leben schließe:
Alles meinem Gott zu Ehren,
hier und dort Sein Lob zu mehren:
Soli Deo Gloria!

Christliches Volksgedicht aus dem 19. Jahrhundert,
Verfasser unbekannt

Freitag, 5. Juni 2020

Gebet für das Vaterland

V. Ich bin das Heil des Volkes, spricht der Herr. In Ewigkeit bin ich euer Gott! Mein Volk: Hab acht auf mein Gesetz und neig dein Ohr den Worten meines Mundes!

A. Und wir, Herr, sind Dein Volk. / die Schäflein Deiner Weide! / Wir wollen ewiglich Dich preisen / und künden Deinen Ruhm.

V. Herr, nach dem Vorbild Deines eigenen Wesens hast Du die Welt erschaffen, und alles, was geschaffen ist, soll ein Abbild Deiner unendlichen Vollkommenheit sein. So bitten wir Dich, lass auch die Regierung unseres Vaterlandes ein Abbild Deiner unendlich weisen, gerechten und gütigen Leitung der ganzen Welt sein. Deine Wahrheit sei ihr Weg und Leuchte, Deine Gerechtigkeit Vorbild und Warnung zugleich, Deine Gnade Kraft und Stärke. Segne ihr Sinnen und Arbeiten für das Wohl des Volkes. Verleihe und erhalte uns Wohlfahrt und Frieden, Frieden mit den Nachbarn unserer Grenzen, Eintracht und Frieden im Innern und segensvollen Frieden auch mit Deiner heiligen Kirche. Segne unser ganzes Volk und lass es einen Sitz voll Ehre und Würde einnehmen im Rate der Völker.

A Amen.

V Segne, o Gott, unser Vaterland. Beschütze auch alle weltlichen Obrigkeiten. Gib ihnen christliche Gerechtigkeit und Weisheit, damit sie verordnen, was recht, und mit Kraft vollbringen, was heilsam ist. Pflanze in die Herzen der Obrigkeit Gedanken des Friedens. Gib den Richtern und Vorstehern Gerechtigkeit, Redlichkeit, Unbestechlichkeit, Treue und Wohlwollen, damit das Böse verhindert, das Gute belohnt, das Laster bestraft, dem Übel gesteuert und das allgemeine Wohl gefördert werde. Gib allen Untergebenen, dass sie ihre Obrigkeiten ehren und lieben, die Gesetze der Gerechtigkeit gewissenhaft befolgen und mit unerschütterlicher Treue ihre Pflichten erfüllen.

A. Frieden gib uns gnädiglich, / Herr,·Gott, zu unsern Zeiten; / denn es ist kein anderer, / der für uns könnte streiten, / als Du, o Gott und Vater!

Quelle: Gebet- und Gesangbuch für das Bistum Mainz, Herausgegeben vom Bischöflichen Ordinariat Mainz im Mathias-Grünewald-Verlag Mainz, 1963

Dienstag, 12. Mai 2020

Gedanken zum Theodizee


Gott ist allmächtig.

Er hat den Menschen mit einem freien Willen erschaffen und ihm damit etwas von seiner Macht gegeben. Ebenso die Engel.

Gott hat damit also seine Allmacht eingeschränkt, so wichtig ist ihm der freie Wille der Engel und Menschen. Das hatte Konsequenzen. Dadurch kamen das Böse und furchtbares Leid und Elend in die Welt. Die Welt ist aber vergänglich und ein Ort der Prüfung.

Bestimmt sind wir für die Teilnahme an der ewigen Herrlichkeit und Freude Gottes im Himmel. So furchtbar das Leid auf der Erde auch ist, es ist es wert ertragen zu werden, um zur ewigen Herrlichkeit zu gelangen, denn diese ist so kostbar und groß und schön und überwiegt alles Böse und Schreckliche so sehr, dass Gott das alles in Kauf genommen hat, denn wir können diese Herrlichkeit nur als freie Wesen erlangen. Wir können sie nur als Wesen erlangen, die an der Allmacht Gottes teilhaben und diese Macht aber auch für das Böse missbrauchen können.

Gott hat sich klein gemacht und eingeschränkt, damit wir groß und göttlich werden können. Er wurde sogar selbst Mensch in Jesus. Er vereinigt sich mit seinem Geschöpf. Das ist das Geheimnis seiner Liebe.

Sonntag, 10. Mai 2020

An die Mütter - zum Muttertag

Alles, was schön ist, alles, was heilig,
nennet das Wort dir: eine Mutter!

Alles, was Liebe, alles, was Güte,
das ist ein Hort mir: meine Mutter!

Lass dir dies Trost sein, alles dein Leiden,
nimmt sie hinfort dir: deine Mutter!

Alles, was Leid heißt, trostlos entbehren,
klingt in dem Wort dir: keine Mutter!

(Ricarda Huch)

Freitag, 1. Mai 2020

Gebet zum heiligsten Herzen Jesu

O hochheiliges und barmherziges Herz Jesu, tauche mich ganz ein in die Tiefen deiner Barmherzigkeit.

O Liebe, o Gnade, o Strom des lebendigen Wassers, reinige mich, erquicke mich, salbe mich und erneuere mich.

O barmherziges Herz Jesu mögen deine Liebesstrahlen mein Inneres und mein Äußeres durchfluten.

Gnade und Liebe des dreifaltigen Gottes lasse dich herab auf meine menschliche Nichtigkeit.

Geliebtes Herz Jesu von den Seelen verachtet und vergessen ziehe mich zu deinem hochheiligen Herzen.

O barmherziges Herz Jesu möge deine unergründliche Liebe ein lebendiges Abbild in mir werden. Amen.“