Dienstag, 12. Mai 2020

Gedanken zum Theodizee


Gott ist allmächtig.

Er hat den Menschen mit einem freien Willen erschaffen und ihm damit etwas von seiner Macht gegeben. Ebenso die Engel.

Gott hat damit also seine Allmacht eingeschränkt, so wichtig ist ihm der freie Wille der Engel und Menschen. Das hatte Konsequenzen. Dadurch kamen das Böse und furchtbares Leid und Elend in die Welt. Die Welt ist aber vergänglich und ein Ort der Prüfung.

Bestimmt sind wir für die Teilnahme an der ewigen Herrlichkeit und Freude Gottes im Himmel. So furchtbar das Leid auf der Erde auch ist, es ist es wert ertragen zu werden, um zur ewigen Herrlichkeit zu gelangen, denn diese ist so kostbar und groß und schön und überwiegt alles Böse und Schreckliche so sehr, dass Gott das alles in Kauf genommen hat, denn wir können diese Herrlichkeit nur als freie Wesen erlangen. Wir können sie nur als Wesen erlangen, die an der Allmacht Gottes teilhaben und diese Macht aber auch für das Böse missbrauchen können.

Gott hat sich klein gemacht und eingeschränkt, damit wir groß und göttlich werden können. Er wurde sogar selbst Mensch in Jesus. Er vereinigt sich mit seinem Geschöpf. Das ist das Geheimnis seiner Liebe.

Sonntag, 10. Mai 2020

An die Mütter - zum Muttertag

Alles, was schön ist, alles, was heilig,
nennet das Wort dir: eine Mutter!

Alles, was Liebe, alles, was Güte,
das ist ein Hort mir: meine Mutter!

Lass dir dies Trost sein, alles dein Leiden,
nimmt sie hinfort dir: deine Mutter!

Alles, was Leid heißt, trostlos entbehren,
klingt in dem Wort dir: keine Mutter!

(Ricarda Huch)

Freitag, 1. Mai 2020

Gebet zum heiligsten Herzen Jesu

O hochheiliges und barmherziges Herz Jesu, tauche mich ganz ein in die Tiefen deiner Barmherzigkeit.

O Liebe, o Gnade, o Strom des lebendigen Wassers, reinige mich, erquicke mich, salbe mich und erneuere mich.

O barmherziges Herz Jesu mögen deine Liebesstrahlen mein Inneres und mein Äußeres durchfluten.

Gnade und Liebe des dreifaltigen Gottes lasse dich herab auf meine menschliche Nichtigkeit.

Geliebtes Herz Jesu von den Seelen verachtet und vergessen ziehe mich zu deinem hochheiligen Herzen.

O barmherziges Herz Jesu möge deine unergründliche Liebe ein lebendiges Abbild in mir werden. Amen.“



Donnerstag, 23. April 2020

Social Distancing



Das Gebot der Stunde
Menschen blicken abweisend,
halten Abstand,
verstecken sich hinter ihren Masken.

Wer davor schon einsam war
wird es noch lange sein.
Hunger nach zärtlicher Berührung
bleibt ungestillt.

Großeltern vermissen ihre Enkel,
Sterbende sterben allein.
Heimbewohner warten vergeblich
auf den Besuch ihrer Lieben.

Angst vor dem sozialen Abstieg,
vor dem finanziellen Ruin.
Angst vor der Zukunft.
Wie soll das alles noch weiter gehen?

Viele sterben an Corona.
Doch noch mehr an Einsamkeit.


Sonntag, 12. April 2020

Regina Caeli

O Himmelskönigin, frohlocke.
Halleluja.

Denn er, den du zu tragen würdig warst,
Halleluja,
ist erstanden, wie er sagte.
Halleluja.

Bitt Gott für uns, Maria.
Halleluja.
Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria.
Halleluja.

Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden,
Halleluja.
Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Sonntag, 29. März 2020

Um gute, fromme Mütter

O Gott, zu dem die Völker schon so lange in heißem, inständigem Gebet um Frieden flehen, verleihe uns durch die Verdienste und Fürbitte Deines geliebten Sohnes, unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, das, was einzig und allein zum wahren, dauernden Frieden führen, kann: gib uns wieder gute, fromme, verständige Mütter, die ihrer Familie mit Umsicht und Hingabe vorstehen. Gib uns wieder Mütter, die sich der Heiligkeit und Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst sind; die wissen, dass das Wohl oder Weh ganzer Nationen in ihrer Hand ruht und darum in beharrlichem Gebet um die nötige Kraft flehen, die ihnen anvertrauten Kinder durch Wort und Beispiel in heiliger Gottesfurcht und christlichem Geist erziehen, dass sie treu zu unserer heiligen Kirche stehen und ihre Standes- und Berufspflichten mit größter Gewissenhaftigkeit erfüllen.

Sende aus, 0 Gott, Deinen Geist, auf dass Er unsere Mütter erleuchte und sie die Heiligkeit und Verantwortung ihrer Aufgabe wieder recht erkennen lasse, und das Angesicht der Erde wird erneuert werden!

Alle lieben Heiligen, besonders ihr Priester, die ihr euren Beruf und eure Heiligkeit nebst der Gnade Gottes vorwiegend einer frommen Mutter verdankt, bittet für unsere Mütter! Amen.

Sonntag, 22. März 2020

Größer als ich

Eines Tages sagte das Gras zum Schatten einer Ulme: "Du bewegst dich viel zu oft nach rechts und links, und du störst meine Ruhe."
Und der Schatten antwortete und sage: "Nicht ich, nicht ich. Sieh in den Himmel. Dort steht ein Baum, der sich im Wind von Ost nach West bewegt zwischen der Sonne und der Erde."
Und das Gras sah auf und bemerkte zum ersten Mal den Baum. Und es sagte im Stillen zu sich: "Sieh an, dort stet ein größeres Gras als ich."
Und das Gras verfiel in Schweigen.

Aus "Der Wanderer" von Khalil Gibran